Nr. 16: Wetten, dass das keine Investition ist?

Neulich diskutierte ich im Spiegel-Online-Forum mit einem Fan des Neoliberalismus über diverse finanzielle Fragen. Ich vertrat dabei unter anderem den Punkt, dass Spekulationen, also Wetten, keinen realwirtschaftlichen Sinn machen und sogar schaden können. Er vertrat dagegen die Ansicht, dass eine Wette eine Investition entsprechen würde und jeder dürfe doch investieren wie er wolle. Davon ließ er sich nicht abbringen. Eine Wette ist keinesfalls eine Investition. Der entscheidende Unterschied: bei einer Wette gewinnt immer nur einer.

 

Spekulation ist ein elitäres Wort, dass eine primitive Wette als etwas besonders darstellen soll. Eine gängige Spekulation ist das Wetten auf sich verändernde Preise. Dazu werden zum Beispiel Optionsscheine eingesetzt, die von Banken oder Investmentgesellschaften rausgegeben werden. Optionsscheine gibt es seit Jahrhunderten und sind eigentlich eine sinnvolle Institution. Sie fungierten ursprünglich als eine Art Versicherung. Zum Beispiel für Bauern. Sie kauften die Option, ihre Ernte zu einem bestimmten Preis absetzen zu können, damit bei sinkenden Preisen ihre Kosten trotzdem  gedeckt bleiben. Dafür zahlt der Bauer eine Gebühr, quasi eine Versicherungsprämie. Anstatt auf sich stark verändernde Preise zu spekulieren, sollten Optionsscheine ursprünglich davor schützen. Auch heute werden solche Optionsscheine und andere Termingeschäft eingesetzt. Beispielsweise im internationalen Handel zur Absicherungen vor Wechselkursschwankungen.

 

Es ist sinnvoll, dass solche Optionen von Banken rausgegeben werden, da sie aufgrund viel höherer Liquidität ein Kursrisiko viel besser als ein kleiner Bauer tragen können.

 

Optionsscheine werden aber zu einer reinen Spekulation statt Versicherung, wenn man sie wie folgt einsetzt. Jemand kauft die Option, an einem bestimmten Tag eine bestimmte Sache (bspw. Aktien) zu einem bestimmten Preis zu liefern, ohne diese Sache aber zu besitzen oder herstellen zu wollen. Das sind so genannte Leerverkäufe. Wenn an jenen bestimmten Tag der Kurs der Aktie niedriger ist als der vereinbarte Preis in der Option, macht der Optionshalter einen Reibach. Er kauft billig und verkauft sofort wieder teuer.

 

Hier kommt der Hebeleffekt zu Tage, der oft auch in der Politik die Runde macht. Denn der Optionshalter bezahlt eine Gebühr für die Option, profitiert damit aber von der Kursschwankung einer Aktie, deren Wert um ein vielfaches höher ist als die Optionsgebühr. Diese Chance auf das schnelle Geld ist sehr verlockend, hat schon viele reich gemacht und viele arm. Eine wichtige Frage die sich stellt: motivieren solche Optionsscheine und andere Termingeschäfte nicht für Kursmanipulationen?

 

Eine weitere Frage: Was soll der Scheiß?

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Nr. 15: Off Topic: Ich finde Pegida klasse

Nein, finde ich nicht. Ich buhle nur sehr subtil um eure Aufmerksamkeit. Tatsächlich finde ich aber Frank Richter ganz ok. Frank Richter, Vertreter der sächsische Landeszentrale für politische Bildung, saß letzten Sonntag bei Günther Jauch und hat versucht die Pegida-Sprecherin darauf aufmerksam zu machen, dass  die Bezeichnung "Pegida" eigentlich irreführend sei.

©Alexander Angierski